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Buch der Woche – 24.10.2011 bis 29.10.2011

„Scharfe Zähne“ von Toby Barlow (erschienen im Milena Verlag) ist unser Buch der Woche. Das besondere an „Scharfe Zähne“ ist, das es komplett in einer Art Hip Hop / Beat Poetry Rhytmus geschrieben ist…
Frau Pö hat es für euch gelesen (siehe unten).

Über das Buch (Milena Verlag):
Barlows international gefeierter Debütroman ist die »Göttliche Komödie« des 21. Jahrhunderts:
ein bissiges, durch und durch lebendiges Stück Literatur.
In seinem international gefeierten Debütroman Sharp Teeth – Scharfe Zähne zeichnet der Autor Toby Barlow ein düsteres Bild der Stadt Los Angeles und vereint die Coolness von Noir-Krimis mit antiker Mythologie. Er koppelt eine berührend aufrichtige Liebesgeschichte mit dem Porträt einer Stadt, die voller Träume und Alpträume steckt.
Sharp Teeth – Scharfe Zähne ist ein Buch wie keines zuvor: Ganz dem Rhythmus des Hip Hop und den Wurzeln der Beat Poetry verschrieben, erzählt Toby Barlow in seinem beißenden Plot die Geschichte des Hundefängers Anthony, der sich im Los Angeles der Gegenwart in eine mysteriöse Frau verliebt und in einen Machtkampf unvorstellbaren Ausmaßes hineingezogen wird. Rudel von Werwölfen ringen um die Vorherrschaft auf den Straßen und in den verlassenen Gebäuden einer verfallenden Gesellschaft – der heutigen Gesellschaft.
Sharp Teeth – Scharfe Zähne ist mehr als eine mitreißende Horror- und Fantasy-Geschichte. Barlow schließt an die großen Arbeiten von James Ellroy, Allen Ginsberg und William S. Burroughs an, sein dynamischer Roman ist die »Göttliche Komödie« des 21. Jahrhunderts, ein bissiges, durch und durch lebendiges Stück Literatur.

Frau Pö findet:
Damals, da waren die Hunde ihrem Anführer noch treu bis in den Tod. Sie lebten ihre Rolle, im Rudel ebenso wie als einsamer Kojote. Aber seit der Zeit, in der Männer zu Hunden werden und im Hundeherz ein Kern Mensch zurückbleibt, sind Rache und Neid und Verrat unter die Hunde gekommen. Sie werden zu Bestien, die sich im warmen Fleisch und Blut suhlen. Diese Bestie mit den scharfen Zähnen ist in jedem von uns, aber nur die einsamen Herzen wagen die Verwandlung. Toby Barlow widmet sich den Werwöfen, die die L.A. kontrollieren. Scharfe Zähne ist ein Epos geworden, angelehnt an den Erzählformen der Beatliteratur. Dabei folgt der Rhythmus der Erzählung den Worten, keiner Versform und keinem Reimschema. Dieser Rhythmus nimmt neben der Geschichte vom Hundefänger, den Beobachtern und den rivalisierenden Rudeln den Erzählstrang ein. Unausweichlich führt er die Geschichte auf den großen Showdown hin. Der Erzähler wechselt dabei zwischen allwissendem zum beobachtenden Erzähler, schlüpft in die handelnden Personen (Hunde) hinein um im nächsten Vers wieder woanders zu sein.
Verena Bauer und Thomas Ballhausen ist eine wirklich tolle Übersetzung gelungen ohne Zwänge und unglücklichen Konstruktionen und trotzdem ganz nah am Original.

„Lass uns über diesen Mann dort drüben / am Frühstückstisch singen, / seine gebräunten Hände machen endlose Kreise / über den Stellenanzeigen / ‚Gesucht‘ ‚Gesucht‘ ‚Gesucht‘ / kleine Jobs wenig Geld / aber man muss ja irgendwo anfangen. / Hier. / L.A. / East L.A.“

– so beginnt die Geschichte von Anthony, der dann ein Hundefänger wird, sich in eine mysteriöse Frau verleibt, alles Glück zu besitzen glaubt um es dann im Feuer zu verlieren. Die Frau, die bei ihm wohnt, hasst Katzen und in ihrer Umarmung ist so viel Kraft, dass Anthony manchmal unwohl wird. Er ahnt nicht, dass sie draußen in der Wildnis nachts mit den Hunden um die Wette läuft, sich rauft und Kraft tankt für einen Racheschlag gegen den, der sie so unglaublich verletzt hat. Zu jedem Rudel gehört ein Mädchen und sie ist Larks Mädchen. Er vertraut ihr, sie vertraut ihm, genauso wie das Rudel Lark vertraut. Bis ein Funke von Verrat in einem der Hunde aufkeimt …

Stimmen zum Buch:
A sexy, dark and (well, yes) biting story told by a wizard of sleigth hand: episodes erotic, poignant, ghoulish are revealed like a cardsharp´s quick wins – hands comprised of flash cards, police ID, and several aces of hearts. Barlow wirtes with semaphoric speed, managing to unfurl an urban legend both intelligent and romantic.
– Gregory Maguire

Lean gripping … A hip, quick moving thriller.
– Jonathan Gibbs, The Independent

Ein Epos traut sich heute nur noch einer, der entweder wahnsinnig oder Werbetexter ist. So oder so, Toby ist qualifiziert. Er is ein zähnefletschender Troubadour des Ungeheuerlichen. Beinah schon ein Artgenosse. Bei Tag macht er mich besoffen mit Poesie; bei Nacht tigert er mit mir durch Urwälder von Abartigkeit und Gewalt. Gut so. Der [Werwolf] mus sein Unwesen dort treiben, wo er die größte Freiheit hat. Im fahlen Mondschein, in Nacht und Traum und Albraum. Toby Barlow hat das sauber hingekriegt.
– Carl Weissner