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Buch der Woche – 09.04.2012 bis 14.04.2012

Diese Woche präsentieren wir euch einen Klassiker in einem neuen Gewand. Bram Stokers „Dracula“ ist in einer neuen Übersetzung von Andreas Nohl im Steidl Verlag erschienen. Nun kann man sich natürlich fragen ob die Welt noch eine neue Dracula Übersetzung braucht, aber sehen wir es mal so, jede neue Übersetzung profitiert auch gleichzeitig von den alten Übersetzungen. Sie hat also gute Chancen besser zu sein als die vorherigen. Laut dem Übersetzer besteht der Hauptunterschied in dieser deutschen Übersetzung jedoch darin „das sie die erste Vollständige ist“. In allen vorheirgen Versionen wurden ganze Sätze, Satzteile oder gar Absätze gekürtzt. Auch wurden diverse Fehler in der Übersetzung vermieden, so wird zum Beispiel das „tablet“ in einem Shakespeare Zitat nicht als Tablette, sondern als Schreibtafel übersetzt. Die Liste der „Neuerungen“ dieser Übersetzungen lies sich noch ein ganzes Stück weiter führen, aber wir wollen es nun erstmal dabei belassen…. alle die mehr hierüber wissen Wollen, kommt vorbei, wir haben umfangreiches Material inklusive Leseprobe für euch zum mitnehmen da. Nun aber zum Buch…

Über das Buch (Steidl):
Er ist der »Meister«, das vielkopierte und unerreichte Original: Mit seinem Dracula hat Bram Stoker den Mythos des Vampirs dem kollektiven Gedächtnis eingeprägt. Der Roman wurde in über 45 Sprachen übersetzt, zahlreiche Filme, Geschichten und Comics entstanden nach seiner Vorlage. Der Graf ist der Anti-Held der Populärkultur. Bram Stokers Dracula ist aber viel mehr als eine Vampirgeschichte, in der ein guter Dr. Van Helsing gegen den bösen Fürsten der Finsternis antritt. In diesem frühen Montageroman geben sich die großen Oppositionen des 19. Jahrhunderts ein Stelldichein. Da ringt die Wissenschaft mit dem Glauben, die Empirie mit der Intuition, der Protestantismus mit dem Katholizismus, der Westen mit dem Osten, das Sichtbare mit dem Unsichtbaren. Selbst auf die kommende Frauenemanzipation weist dieser Roman hin, der seine Protagonistinnen nicht auf die Opferrolle beschränkt. Diese Neuübersetzung des Weltklassikers verbindet literarische Qualität mit höchster Spannung. Wer sie liest, erfährt unerhört viel über den Aufbruch der Moderne und die Ängste und Abgründe einer Gesellschaft im Wandel.