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Buch der Woche

Diese Woche kommt unser Buch der Woche aus dem schönen Österreich. „Hanno brennt“ von dem österreichischen Poetry Slamer und Literaten Markus Köhle ist im Milena Verlag erschienen.

Die gute Frau Pö hat es für euch gelesen. Wie sie es fand, könnt ihr wie gewohnt weiter unten lesen.

Über das Buch (Milena Verlag): Hanno ist offen für die Liebe, Hanno ist abgebrannt. Für die Liebe findet sich jemand, seine Karriere als Haustiergeschichtenschreiber steht aber auf wackligen Beinen. Bis am Ende die Polizei allen zuleibe rückt, jubelt der Leser erneut über Markus Köhles Charme, Humor und Einfallsreichtum.

Hanno brennt. Aus mehreren Gründen. Er hat auf einer Party eine neue Flamme getroffen und eine geniale Geschäftsidee geboren: Da die Wiener von ihren Haustieren gar nicht genug kriegen können, will Hanno hochbezahlter Auftragsautor von Haustiergeschichten werden. Die dazugehörigen Kunden werden in Aida-Konditoreien gekeilt.

Der Weg in die Selbständigkeit ist schwierig, hilfreich zur Seite stehen Mitbewohner Karl (Langzeitstudent, DJ, Internetfreak), die forsche Frau Kommerzialrat Pochsteiner (Josefstädterin, Hundehalterin und Villabesitzerin) und die ominöse Schöne Annabell (Hüterin der Online-Krativtauschbörse Artpool und Kämpferin für das Gute).

Kaum kommen die verschiedenen Beziehungen in Fahrt und die Geschäfte ins Rollen, schnappt eine fiese Falle zu: Aufgrund von undurchsichtigen Verstrickungen geraten Annabell, Hanno & Co in die Fänge der Staatsmacht und werden zu Opfern der Terrorismusbekämpfung. Na bumm!

Frau Pö findet:
Was kommt wohl dabei raus, wenn man (als „man“ darf der Leser sich hier einen Slacker vorstellen) sich in eine politisch interessierte Kunstaktivistin verliebt? Markus Köhle findet in seinem neuesten Roman Hanno brennt eine eindeutige Antwort: eine Verhaftung als Staatsfeind Nr. 1. Und das, obwohl Hanno für seine neue Flamme eigentlich nur harmlose Tiergedichte und -geschichten schreiben wollte: „Ihr Tier ist mein Metier – Neubau-Schnauze“.

Eigentlich war das Ganze ja eine Schnapsidee, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber um das Mädchen, dass er da gerade auf der Party kennen gelernt hat, zu beeindrucken, muss ein Tiergedicht her. Und weil das erste gar nicht so schlecht ausfällt und im Kühlschrank wieder gähnende Leere herrscht, beschließen Hanno und sein Mitbewohner Karl, eine Agentur für Tiergeschichten zu gründen. Verdächtig genug für einen Hauptkommissar, der in der Sache Terrorismus im Internet ermittelt. Und weil Verliebte sich sowieso komisch verhalten, noch dazu, wenn sie chronisch pleite sind und diverse Gelegenheitsjobs annehmen, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Markus Köhle ist bekannter österreichischen Poetry Slammer, Literat und Mitherausgeber einer Zeitschrift. Und in der Tat merkt man dem Text an, dass Köhler den Unterschied zwischen einem Romantext und gesprochenen Poetry Slam-Text kennt. In Hanno brennt schreibt er pointiert und mit einigen Spitzen gegen die (österreichische) Gesellschaft, aber all das, ohne den Bogen zu überspannen. Ein Roman, den man nur ungern aus der Hand legt, und der auch deshalb schnell durchgelesen ist.

Pressestimmen:
„Hanno brennt für das Wunder, das da Leben geheißen wird. Der wortmächtige Faulenzer, vom spottenden Markus Köhle ersonnen, ist bei aller Gewitztheit doch ein Nur-nichts-Überstürzer mit Hang zum bürgerlichen Feierabendbier. Ein charmanter Wiener Schelmenroman.“ Stern